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Kaufhaus Köstler

Seit 140 Jahren gibt es nichts, was es nicht gibt Unglaublich aber wahr: Seit 140 Jahren gibt es das Geschäft mit "Waren aller Art" Köstler in Bad Mitterndorf. Und die Zukunft ist auch gesichert.

Hupfbälle, Obst, Martini, Geschirr, Fleisch, Wurst, Batterien, Shampoo, Gummihandschuhe, Kuhglocken, Hüte, Farben und Lacke, Schuhwachs, Wolle, Unterwäsche, Schultaschen und Reisekoffer - in dieser Reihenfolge findet man die Artikel neben- und aufeinander gestapelt. Einen Schritt weiter gibt's sogar Lesebrillen - von ein bis 4,5 Dioptrien.

Über die Regalsortierung hat sich hier vermutlich noch nie ein studierter Betriebswirt den Kopf zerbrochen - trotzdem funktioniert das Kaufhaus Köstler in Bad Mitterndorf hervorragend. Und das jetzt schon seit 140 Jahren. "So lange wird das Waren-aller-Art-Geschäft von der Familie schon betrieben", erklärt die rüstige Elisabeth Köstler. "Im Geschäft bleibe ich auch wenn ich in Pension bin", erklärt die liebenswerte Seniorin, die durch und durch Kauffrau ist. Seit 1978 steht sie sogar jeden Sonntag Vormittag im Geschäft.

"Mit einer Sondergenehmigung der Landesregierung haben wir das auch schon vor dem EU-Beitritt gemacht", erklärt sie.Wer aber glaubt, dass die Köstlers Waren von gestern verkaufen, der irrt. Trotz vielen nostalgischen Details und dem historischen Gebäude, das sogar schon 1710 als "Krämerladen" urkundlich erwähnt wurde, ist Elisabeth Köstler auf dem neusten Stand.

"Ich fahre zu jeder Messe nach Salzburg, um die aktuellen Produkte in unser Sortiment einzubauen", erklärt sie und zeigt einer Kundin, die auf der Suche nach "reiner Schurwolle" ist, die neuesten Knäuel. "Die habe ich direkt von der letzten Messe aus Köln", erklärt sie und gibt noch ein paar Ratschläge fürs Stricken mit auf den Weg. "

Das ist unser Erfolgsrezept: Wir haben alles, agieren in Nischen und bieten umfangreiche Beratung", erklärt Köstler, die 23 Jahre Strickkurse gehalten hat und ihrer Kundschaft in Sachen Wollverarbeitung so manchen Geheimtipp mit auf den Weg gibt.Doch beim Köstler bekommt man auch Lebensmittel - von der Wurst über das Klopapier bis hin zum Fußball oder der Schneeschaufel. Einfach alles.

"Beim Billa ist an der Kassa zum Tratschen keine Zeit, bei unserer Kassa schon", erklärt Sohn Josef Köstler, ein weiteres Erfolgsrezept des Kaufhauses. Er hat übrigens mit 1. 1. 2006 den Betrieb übernommen. Damit ist der Fortbestand des legendären Krämerladens auch für die nächste Generation gesichert.